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"Schwarze Messe"

Br. Samedi
Немецким не владею. Просто хочу оставить для истории рецензию на книгу Давида. Понял из текста только то, что его манеру сравнивают с Буковски.
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Eher bekannt als Frontmann von den Szenegrößen Soko Friedhof oder Untoten betätigt sich David A. Line auch als Schriftsteller und veröffentlichte bereits 1999 seinen Debütroman "Sonic Malade", welcher inzwischen vergriffen ist.
Im Jahre 2001 folgte dann der nunmehr als vierte Auflage und (seit 2005 im Untoten-eigenen von Grafenwald Verlag) wieder erhältliche Roman "Schwarze Messe", der laut Klappentext des zweiten Bandes ("Schwarze Messe 2", 2007) bereits zum Gothic-Bestseller avanciert ist.
Die optische Aufmachung kann diesen Umstand schon einmal nicht erklären, ist diese doch von Bandkollegin Greta Csatlós recht minimalistisch konzipiert: Ein Drudenfuß auf schwarzem Hintergrund. Passend wirkend zum vielsagenden Titel "Schwarze Messe", mit welcher der Inhalt des Buches allerdings rein gar nichts gemein hat, außer eventuell eine kleine provokante Note, die David A. Line hier beim Leser herauskitzeln möchte.
Zielgruppengerecht also schon einmal die Optik und der Titel, soll das Werk doch wie "Sonic Malade" dem Bösen nachgehen und den Versuch darlegen, die Laster, Bedürfnisse und Probleme eines der Helden dieser Subkultur zu beleuchten.
Um dies zu erreichen, macht sich der Autor teilautobiografisch ans Werk, ganz im Stile von Charles Bukowski, der an so mancher Stelle nicht nur durch satirische Überhöhung, meist kurze Sätze und direkte und teils humorvolle Geschichten innerhalb der Gesamthandlung herauszulesen ist, dessen Genie jedoch nicht erreicht wird. Dennoch ist es weder unangebracht noch anmaßend, David A. Line mit Bukowski zu vergleichen, ahmt dieser den amerikanischen Schriftsteller allein schon durch die Hauptidee, die Veröffentlichung von Erzählungen über das Leben in Randzonen - hier Subkultur genannt - nach.
Ebenso mangelt es nicht an Darstellungen von Gewalt oder obszöner Sexualität, die zwar die eine oder andere Schockwirkung beim Leser verursachen dürfte, allerdings hauptsächlich nur niveaulos, teils sexistisch und am Rande des guten Geschmacks balanciert.
Die einseitige vaginale Betrachtung von Frauen und David A. Lines dominierende 'legere' Ausdrucksweise (dass er auch anders kann, zeigt sich immerhin an seltenen Stellen des Buches) hat nichts kulturell Wertvolles, sondern schwankt zwischen stilistisch provokanter und umgangssprachlicher Zumutung ohne Anspruch. Es sei aber erwähnt, dass sich das Buch (gerade deshalb) extrem schnell und flüssig lesen lässt und sowohl unterhaltsame Momente als auch eine Prise (meist schwarzen) Humor birgt.

Abgesehen vom Stil karikiert der Autor - gegliedert in vier große Teile mit verheißungsvollen Titeln wie "Herr der Fliegen", "Grabschönheiten", "Grüße aus der Kaffeemaschinen-Hölle" oder "Das Festival der Geisteskranken", welche durch Unterkapitel strukturiert sind - seine Protagonisten durchaus gekonnt und detailreich. Besonders seine Sicht auf sich selbst oder auf Freund Demian überzeugt den Leser und lässt ihn sowohl Sympathien als auch Antipathien binnen kürzester Zeit empfinden.

Insgesamt ist "Schwarze Messe" ein netter Zeitvertreib ohne tief intellektuelle Intention. Kein literarisches Meisterwerk also, doch werden vor allem Fans des Autors das Werk lieben, fehlt ihnen doch der nötige objektive Blick auf das Buch. Nichts gegen harte und direkte Worte, aber es geht auch ein bisschen niveauvoller.
Auch auf die Gefahr hin, nun unter die Rubrik behinderte Musikjournalisten, die ein Buch nicht von ihrer eigenen Scheiße unterscheiden können zu fallen, wie diese auf Seite 60 proklamiert wird, empfehle ich spaßbremsend "Schwarze Messe" nur all jenen, die auf schnelle, niveaulose Unterhaltung stehen oder aber extreme David A. Line Groupies sind. Alle anderen sollten auf seine übrigen Werke ausweichen oder sich anderer "Szene"-Lektüre zuwenden.

@темы: David A. Line, Статьи, тексты/переводы

   

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